Lösungslabor · 05 Infrastruktur und Mobilität

Digitale Verwaltung — OZG-Bilanz

Das Onlinezugangsgesetz (OZG) ist deutlich verzögert. Nach 7 Jahren sind nur ~14 % der priorisierten Leistungen flächendeckend digital verfügbar.

Status: hochTrend: ↔ uneinheitlichStand: 15.05.2026Quellen: 46
# Digitalisierung# Verwaltung# OZG
FaktenFakten · Daten und HintergrundBelegt durch verlinkte Indikatoren und amtliche Quellen

Das OZG-Änderungsgesetz (OZG-ÄndG) ist seit Juli 2024 in Kraft, doch die digitale Verwaltungsleistung kommt schleppend voran. Bundesregierung, Länder und Kommunen ringen weiter um Standards, Registermodernisierung und eID-Akzeptanz.

Status (Stand 2026):

  • OZG-Themenfeld-Reife: vollständig digital verfügbar nur in 14 % der priorisierten 575 Leistungen
  • BundID-Konten: knapp 6 Mio, Akzeptanz weit unter Estland-Niveau
  • Registermodernisierung: 51 Register sollen vernetzt werden, bisher Pilotprojekte
  • Online-Bürgerportale je nach Kommune sehr heterogen

Strukturprobleme:

  • Föderalismus: 16 Bundesländer + 11.000 Kommunen entscheiden eigenständig
  • Doppelstrukturen (digitale + Papier-Verfahren)
  • Datenschutz vs. Once-Only-Prinzip
  • Fachkräftemangel auch in Behörden
EinordnungLösungsmatrix · 3 VorschlägePolitische und wissenschaftliche Positionen mit Pro/Contra, Kosten, Zeithorizont

Lösungsansätze: Digitale Verwaltung

Horizont: mittel (1–3 J.)Evidenz: mittel

Das Onlinezugangsgesetz (OZG) ist deutlich verzögert, nur 14 % der priorisierten Leistungen sind flächendeckend digital.

Pro

  • Registermodernisierung als Hebel
  • Verbindlicher Standard für eID
  • Open-Source-First in Verwaltung

Contra

  • Föderale Zuständigkeiten bremsen
  • Datenschutz vs. Nutzerfreundlichkeit
  • Fachkräftemangel auch in Verwaltung

Registermodernisierung beschleunigen

Expertise: Nationaler NormenkontrollratHorizont: mittel (1–3 J.)Kosten: mittelEvidenz: hochReformatlas: STA-002 · Gesamtscore 90,1

Once-Only-Prinzip durchsetzen, Bundes-Identifikationsnummer für Behördenkontakte.

Pro

  • Bürokratieabbau direkt erlebbar
  • EU-Konformität (SDG-Verordnung)
  • Vorbilder Estland/DK

Contra

  • Datenschutz-Bedenken
  • Föderalismus-Hürden
  • Hohe Anfangsinvestitionen

eID-Pflicht für Behördenkommunikation

Regierung: BMIHorizont: mittel (1–3 J.)Kosten: mittelEvidenz: mittelReformatlas: STA-002 · Gesamtscore 90,1

BundID/eID verpflichtend ab 2028, Personalausweis-Funktion bewerben, kostenlos.

Pro

  • Skaliert digitale Akzeptanz
  • Sichere Authentifizierung
  • EU-eIDAS-konform

Contra

  • Akzeptanzhürde Bürger
  • Hardware-Anforderungen
  • Risiko digitale Spaltung
DebatteDebatte · 46 Quellen, 2 EreignisseVerlinkte Originalquellen + Diskussionszeitlinie

Quellenbibliothek

Gruppiert nach Typ, sortiert nach Veröffentlichungsdatum
Parlament39

Zeitlinie

Jüngste Ereignisse zuerst
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    OZG-Reifegrad-Bericht: 14 % Vollumsetzung
  2. 19.07.2024
    OZG-Änderungsgesetz in Kraft

KI-Synthese

Quellengebundene Zusammenfassung · zuletzt 06.09.2026

**Lage:** Sieben Jahre nach OZG-Inkrafttreten sind erst rund 14 % der priorisierten Verwaltungsleistungen flächendeckend digital nutzbar, obwohl der Internetzugang in Haushalten bereits bei 93,63 % liegt [D-1] – die technische Basis ist also vorhanden, das digitale Leistungsangebot der Verwaltung hinkt jedoch deutlich hinterher. **Entwicklung:** Der Bundestag befasst sich aktuell mit den strukturellen Defiziten des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (01.09.2026) [S-4], berät das Siebte Gesetz zur Änderung der Verwaltungsgerichtsordnung, das u. a. digitale Verfahrensschritte betrifft (03.09.2026) [S-3], sowie ein Gesetz zum Bürokratierückbau und zur weiteren Digitalisierung im Strahlenschutzrecht (17.08.2026) [S-8]. **Einordnung:** Die zeitgleiche Bearbeitung mehrerer Digitalisierungs- und Entbürokratisierungsgesetze signalisiert anhaltenden politischen Handlungsdruck, dessen konkrete Wirkung auf die OZG-Umsetzungsquote aus den vorliegenden Quellen jedoch nicht ablesbar ist. Aktuellere Fortschrittszahlen zur Leistungsdigitalisierung selbst als der Stand vom 2025-12-31 liegen in den bereitgestellten Daten nicht vor.

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