Reformatlas · Methodik

Wie der Reformatlas bewertet

Evidenz vor Parteipolitik: Thesen werden nach erwarteter Wirkung, Evidenz, fiskalischer Tragfähigkeit, Umsetzbarkeit und Expertenkonsens bewertet. Kontroversität, Gewinner und Verlierer werden separat ausgewiesen und mindern keinen Score.

EinordnungBewertungsmodellGewichte sind konfigurierbar und werden hier live aus den Einstellungen gelesen
KriteriumGewichtBedeutung
Erwartete Problemlösungswirkung30 %Wie stark adressiert die Maßnahme das Kernproblem und wie groß ist die erwartete gesamtgesellschaftliche Wirkung?
Wissenschaftliche / empirische Evidenz25 %Wie robust sind Studienlage, internationale Erfahrung oder Evaluationen?
Langfristige finanzielle Tragfähigkeit15 %Verbessert die Reform langfristig öffentliche Finanzen bzw. vermeidet sie strukturelle Mehrbelastungen?
Praktische Umsetzbarkeit15 %Sind Rechtsrahmen, Verwaltung, Personal, Daten und Übergangsfristen realistisch handhabbar?
Übereinstimmung verschiedener Expertenquellen15 %Wird ein ähnlicher Ansatz von mehreren unabhängigen Institutionen empfohlen?

Gesamtscore = 0,30 × Wirkung + 0,25 × Evidenz + 0,15 × Fiskalisch + 0,15 × Umsetzbarkeit + 0,15 × Konsens. Teilscores sind ganze Zahlen von 0 bis 100 und tragen jeweils eine kurze Begründung. Der Gesamtscore wird serverseitig berechnet, auf eine Dezimale gerundet und bei jeder Gewichtsänderung für alle Thesen neu bestimmt. Jede Version einer These speichert die zum Zeitpunkt gültigen Gewichte, damit Bewertungen reproduzierbar bleiben.

FaktenEvidenzstatusDiskrete Stufen, immer mit Kürzel und Text
AHohe EvidenzRobuste Evidenz und/oder breite institutionenübergreifende Unterstützung.
BPlausibel / gemischtGute theoretische oder empirische Gründe, aber begrenzte oder heterogene Studienlage.
CUmstrittenHohe politische oder wissenschaftliche Kontroverse; mehrere plausible Alternativen.
DEvidenz spricht eher dagegenVorschlag ist relevant für die Debatte, die belastbare Evidenz fällt jedoch überwiegend negativ aus.
ENoch offenUnzureichend untersucht, neue Idee oder bislang keine solide Bewertungsgrundlage.
FaktenQuellenstrategieJede Tatsachenbehauptung und Bewertung verweist auf Quellen
APrimärWissenschaftliche Metastudien, Sachverständigenrat, Bundesbank, OECD, Expertenkommissionen, IAB, DIW, ifo, IW, Wissenschaftsrat, BIBB, IQB, Destatis.
BInstitutionellBundesrechnungshof, Nationaler Normenkontrollrat, KfW Research, Ministerien, EU-Kommission, Bundes- und Landesbehörden.
CFach-/InteressenorganisationFachverbände, Arbeitgeber, Gewerkschaften, NGOs, Stiftungen, Thinktanks. Interessenlage dokumentieren.
DQualitätspresseHandelsblatt, FAZ, SZ, ZEIT, Tagesspiegel u. a. Vor allem zur Debattenlage.
EPolitische PositionParteiprogramme, Fraktionspapiere, Kampagnen. Als Position dokumentiert, nicht als Evidenzersatz.

Jede Quelle trägt Herausgeber, Titel, URL, Publikations- und Abrufdatum, Typ, Qualitätsstufe und eine Relevanznotiz. Zu jeder Verknüpfung wird festgehalten, ob die Quelle die These stützt, kritisiert, gemischt bewertet oder nur Kontext liefert. Quellen älter als der Schwellwert ihrer Stufe werden als veraltet markiert und lösen eine Überprüfung aus.

EinordnungRedaktions- und Review-WorkflowKeine These ohne Quelle, keine Scoreänderung ohne Begründung

Statusfolge

  1. Entwurf — Problem, Ziel, These, Umsetzung, Quellen und Teilscores werden erfasst.
  2. In Review — Einreichung nur bei Vollständigkeit: Problem, Ziel, These, Bereich, Evidenzstatus, fünf begründete Teilscores, mindestens eine Quelle, Review-Datum.
  3. Veröffentlicht — Freigabe nach Review; Review-Datum standardmäßig 12 Monate nach Veröffentlichung.
  4. Nachbearbeitung — Änderungen an Kernfeldern (These, Problem, Ziel, Umsetzung, Scores, Evidenzstatus, Kontroversität) erzeugen eine neue Version mit Pflichtbegründung und werden bis zur Bestätigung als „Änderung wartet auf Review“ markiert. Die These bleibt sichtbar.
  5. Archiviert — statt Löschung; Begründung in der Versionshistorie.

Versionierung und Transparenz

  • Jede wesentliche Änderung erzeugt einen vollständigen Versions-Snapshot mit Autor, Zeitpunkt, geänderten Feldern, Begründung und den verwendeten Gewichten.
  • Abgelaufene Review-Daten und veraltete Quellen landen automatisch in der Review-Queue der Redaktion.
  • Thesen aus der initialen Spezifikation tragen den Vermerk „Initialbewertung“, bis ein Review erfolgt ist.
  • Exporte: JSON, CSV, Markdown; Read-API unter /api/reform/theses, /api/reform/domains, /api/reform/rankings, /api/reform/search.
DebatteWas bewusst nicht automatisiert bewertet wirdSpec §16
  • normative Zielentscheidungen (z. B. welches Verteilungsziel politisch „richtig“ ist);
  • finale Einstufung wissenschaftlicher Evidenz ohne menschliche Prüfung;
  • sensible Kausalbehauptungen allein aus Presseartikeln;
  • politische Kontroversität als automatisches Qualitätsminus;
  • KI-generierte Quellen oder Zitate ohne Verifikation.